Maritime Spurensuche zu Gast beim Marinearsenal Warnowwerft
Hanse Sail Verein e.V.
Jugend trifft auf Tradition und Moderne
Am 21.07.2025, planmäßig um 09:00 Uhr, hieß es bereits zum achten Mal in diesem Jahr „Alle Leinen los und ein“ zur maritimen Spurensuche. Mit Schülerinnen und Schülern einer achten Klasse der Krusensternschule war unser heutiges Ziel das Marinearsenal Warnowwerft.
Auf der langsamen Fahrt die Warnow hinab in Richtung Warnemünde, hieß es für die Schülerinnen und Schüler erneut viele maritime Informationen aufzunehmen und zu verarbeiten. Mit an Bord befanden sich bereits drei Auszubildende des Marinearsenals Warnowwerft, die den Schülerinnen und Schülern während des gesamten Törns für Fragen zur Verfügung standen. Eine gute Maßnahme der Werft und für die Auszubildenden sicher auch ein schönes Erlebnis.
Ein Stück des Weges begleitete uns heute auch der holländische Zweimastschoner „Zuidersee“. Baulich unverändert, befährt der Frachtsegler bereits seit 1909 die Weltmeere. Immer wieder ein schönes Bild, diese Traditionssegler auf See zu sehen! Entgegen der Wetterprognose blieb es abgesehen von ein paar kleinen Regentropfen trocken und so waren auch alle an Deck, als nach circa einer Stunde unser Ziel an Backbord voraus in Sicht kam. Schon weithin von See aus sichtbar ist der riesige blaue Bockkran mit dem weißen Schriftzug „Marinearsenal Warnowwerft“. Neben dem Warnemünder Leuchtturm, wohl das markanteste Wahrzeichen des Rostocker Hafens.
Auf der Pier wurden wir herzlich begrüßt durch den Leiter der Ausbildung auf der Werft, Herrn Humbert. Zuerst folgte die obligatorische Sicherheitseinweisung. Danach informierte uns Herr Humbert über die inzwischen fast 80jährige, durchaus wechselhafte Geschichte der Traditionswerft, um dann zielstrebig zur aktuellen Situation der Werft zu kommen und dabei das Thema Ausbildung ganz bewusst in den Vordergrund zu stellen. Seit der 2022 erfolgten Übernahme der Werft durch den Bund, werden hier durch die insgesamt ca. 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aktuell keine Schiffe mehr gebaut, sondern Schiffe und Boote der Marine repariert, modernisiert und umgebaut. Bei der Führung durch die Werft stand die Ausbildungswerkstatt im Mittelpunkt. Und gerade dort wurde sehr deutlich, dass sich hinter den teilweise alten Fassaden der Werfthallen oft modernste Technik vom Feinsten verbirgt! Auch wenn in der erst kurzen Zeit seit der Übernahme der Werft durch den Bund nachvollziehbar noch nicht alles fertig ist, so spürt man doch überall eine Aufbruchsstimmung und die Freude, etwas Neues aufzubauen. Vielen Dank an das Team der Werft, dass den Jugendlichen diesen Einblick ermöglicht hat. Wir werden im nächsten Jahr mit neuen Teilnehmern gerne wiederkommen!
Zurück an Bord holte uns dann doch noch die Schlechtwetterfront ein, die ab der nächsten Stunde mit heftigem Regen und kräftigen Böen angekündigt wurde. Nach Rücksprache mit dem Skipper und dem Lehrer wurde daher die Entscheidung getroffen, nicht weiter auf die freie Ostsee hinauszufahren, sondern langsam den Rückweg zum Stadthafen anzutreten. Sehr schade, das geplante Segeln und auch das Aufentern in den Mast musste damit entfallen, aber das Wetter lässt sich nicht exakt einplanen und Sicherheit geht immer vor! So ging unser Projekttag zwar etwas früher zu Ende, aber letztendlich gab es mit der „Santa Barbara Anna“ unterwegs auf der Warnow und zu Gast beim Marinearsenal Warnowwerft auch heute wieder viele maritime Spuren zu entdecken.
Lust dabei zu sein?
Die Tour richtet sich an Jugendliche der Schulklassen 9 und 10.
Termine: nach Vereinbarung
Dauer: 6-7 Stunden
Gruppengröße: max. 25 Personen
Anmeldung: per Mail
maritimespurensuche@hansesailverein.de
Text: Rainer Endres
Bild: Richard Lotz









